Derzeit geht alles viel zu schnell! Wie ich hier ja bereits berichtet hatte, war ich vor nicht all zu langer Zeit in Köln. Es war meine erste Teilnahme an einem "Assessment Center" und ja, es war eine Erfahrung, die man unbedingt einmal gemacht haben muss. Insgesamt waren 20 Leute da, wovon sich aber nur 3-4 für "meinen" Beruf beworben hatten. Die Konkurrenz war also überschaubar - im Nachhinein erscheint es mir so, als wollten einige ihre Wissenslücken durch besonders elegante Kleidung kaschieren.
Angekommen in der Wartehalle, blicke ich fast nur in schwarz. Sakkos, Anzüge, Schlips, die Managerschuhe vom Papa ausgeliehen. Mir fielen nur zwei Personen positiv auf: Ein ziemlich lockerer Mitte 20er, der sich um eine Trainee-Stelle bewarb und – zumindest von der Kleidung her – die Indieness in Person war (Lockere Bermuda-Shorts, ein buntes aber schon durchlöchertes Shirt und sommerliche Flip-Flops) und ein junges Mädel, das ebenfalls so aussah, als wäre es gerade frisch vom Strand eingetroffen. Ein wunderbarer Kontrast zu all den (Pseude)-Neu-Managern, die - um ihr Bild noch zu komplettieren - auch wunderbare Fachbegriffe auf Lager hatten.
Man muss noch einmal betonen, dass es sich hier um eine Firma handelt, die im Internet agiert. Bei einem der Tests wurden also auch ein paar Internetbegriffe abgefragt, die – zumindest für mich als wandelndes Web2.0-Kind – schon seit Jahren alltäglich sind. Im Pausenraum wurde ich dann aber tatsächlich von einem Mädchen gefragt, was denn ein Blog sei. In dem Test zuvor galt es, das Wort zu erklären und sie hätte das Wort eben zum ersten Mal gehört. Andere Teilnehmer grübelten unterdessen noch über die Begriffe „Flash“, „HTML“ und „Firewire“. Nun, dafür habe ich im Englischtest kläglich versagt.
Das Ende vom Lied: Nach allen Tests und der abschließenden Präsentation durften drei Leute für ein paar weitere Fragen dableiben. Ich brauch nicht zu erwähnen, dass es sich eben um jene beiden Kleidungsexoten und auch mich gehandelt hat – hoho.
Ja und nun einige Tage später kam das „OKAY.“ Das Abenteuer beginnt. Und nun werde ich zum östliche Mentalität-verbreitender Neu-Wessi. Oder so ähnlich. Jetzt bleiben noch knapp 4 Woche, um mich nach „drüben“ zu verfrachten. Es fehlt noch ein Schlafplatz und…ja, eigentlich im Moment nur der Schlafplatz. Derzeit ist die Lust auf Veränderungen ziemlich groß. Und da eignen sich 500km Entfernung ganz gut. Hoffen wir, dass es lange anhält. Ich melde mich demnächst – vielleicht ja dann schon mit Kölsch in der Hand.
P.S.: Zumindest einen Kölner-Hoteltipp kann ich euch noch mit auf den Weg geben. "Hotel Engelbertz" klingt zwar ziemlich komisch, hat aber eine echt tolle Lage (man kann sogar fast den Dom sehen). Eine Straße weiter ist man direkt in der Stadt und trotzdem ist es in der Nacht total ruhig. Und die Preise sind für die Lage echt okay. Auf ins Engelbertz!